Beitrag – „Kopf und Herz“
„Wo nur weltliche Freude ist, gibt es keine Befreiung. Wo nur Befreiung ist, gibt es keine weltliche Freude. Aber sowohl weltliche Freude als auch Befreiung halten diejenigen in Händen, die dem Höheren wesen ergeben sind.“
KAULAHASYA
„Der Kopf und Herz sind zwei verschiedene Körperteile, die im Westen die Ursache psychischer Uneinigkeit sind. Aber der Tempel des Körpers, wenngleich er viele Teile einschliesst, ist tatsächlich eine Göttliche Einheit. Wir sprechen davon, dass „das Herz den Kopf regiert“, wenn jemand allen gesunden Menschenverstand verloren zu haben scheint und eine Beute seiner Emotionen ist. Dagegen soll der Kopf das Herz regieren, wenn der Verstand, unberührt von menschlischem Gefühl, mit kaltem Kalkühl des Handeln bestimmt. In beiden Fällen dominiert ein Zentrum auf Kosten des anderen.Diese Dichotomie von Kopf und herz bewirkt bei einer Beziehung stets einen Zusammenbruch der Vertrautheit. Das aber ist absolut unvereinbar mit der selbstlosen Ekstase tantrische Liebe.
In westlichen mystischen Traditionen begegnet man oft der Idee, „dem Fleisch um der Seele willen zu entsagen.“ Dies aber ist in Wirklichkeit ein hoffnungsloses Unterfangen. Denn was auch immer unterdrückt wird, es wird unausweichlich zum Ausbruch kommen, und üblicherweise im ungelegensten Moment.
Der Tantrischen Weg dagegen lehrt, dass wir auf dem Pfad zur Befreiung , alle Begabungen des Geistes, des Körpers, des Kopfes und des Herzens benützen müssen. Wenn wir alle Teile unseres Wesens einem höheren Zweck weihen, integrieren wir sie zu einem Ganzen. Auf diese Weisse können Emotionen und Leidenschaften des Herzens in die Freude transzendenter Ekstase umgewandelt werden. Diese Umwandlung findet statt durch das Zusammenspiel von Kopf und Herz., von Versand und Emotionen.
Das tantrische Bild dieses Vorgangs sieht so aus: Das „Feuer der Emotionen“ des des Herzens schmilz und destilliert die „Gewässer der Klugheit“ des Kopfes.
Die Vorstellung von Austausch und gegenseitiger Bereicherung ist ein wesentlicher Bestandteil des tantrischen Liebens. Es ermöglicht ein einen echten Austausch zwischen den Liebenden. Der Pfad der tantrischen Liebe schliesst alle Aspekte der Emotionen und des Intellekts ein. Er führt zu einem Erlebnis kosmischer Ekstase durch die Vergegenwärtigung des Universalen Selbst in beiden Partner.“
Text aus dem Buch „Das grosse Buch des Tantra“ von Nik Douglas/ Penny Slinger

