Der Tempel des Körpers
Der Tempel des Körpers
„Der physische Körper ist der Tempel der Seele, der Mikrokosmos des Universums. In diese Tempel sind alle kosmische Prinzipen zu finden. Die Tantras lernen, das kein Tempel an Heiligkeit den „Tempel des Körpers“ übertrifft. Alle Elemente – Ether, Luft, Feuer, Wasser und Erde – sind zusammen mit ihren Eigenschaften im Körper zu finden. Der Körperliche Tempel hat seine „Gärten“, „ Flüsse“, „Heiligtümer“ und „Tore“. Ein Tempel wird als Ort der Verehrung definiert; als ein Gebäude, das der Verehrung Gottes dient. Dieser Gott ist – gemäss Tantra – unser höchstes Selbst oder unsere Seele. Dieser Gott ist durch unseren Körpers soll ihm gedient werden.
Tantra lehrt, dass es neun „Tore“ zum körperlichen Tempel gibt. Sie sind aufgeteilt zwischen dem oberen Teil und dem unteren Teil. Die „unteren Tore“ sind die Öffnungen von Anus und Geschlechtsorgan. Die „oberen Tore“ sind Mund, Nase, zwei Augen, zwei Ohren und die Fontanelle oben am Kopf.
Der Tempel des Subtilen Körpers enthält drei „Hauptflüsse“, von denen zahllose Nebenflüsse abzweigen. „Ein Grosser Fluss“ oder „Psychischer Pfad“ führt von der Region der unteren Tore, dem Perineum, über das Rückgrat bis zum obersten Tor an der Spitze des Kopfes. Dies wird manchmal als „Grosse Ache“, als „Grosser Pfad“ bezeichnet. Er verbindet das Individuum mit dem Kosmos.
An jeder Seite des zentralen „Grossen Flusses“ gibt es zwei „Flüsse“, die der gleichen Quelle entspringen und zu den oberen „Toren“ führen. Diese sind mit den solaren und lunaren Energien verbunden und beziehen sich auf die rechte oder linke Seite des Körpers.
Der Akt der Verehrung im Tempel des Körpers besteht darin, sich der kreativen Haltung bewusst zu werden, indem die sexuelle Energie nach oben gleitet wird. Dieser evolutionäre Vorgang, als ekstatischer Schauer erlebt, beginnt in der Sexualregion und flammt zum Solarplexus empor. Die vierundsechzig vitalen Flammen verbrennen alle Negativität und reinigen die psychischen Pfade.
Das Feuer der Liebe fliesst durch die drei Flüsse; die solaren und lunaren Energien vereinigen sich und erleuchten so den Tempel. Dieser psycho- kosmische Vorgang manifestiert sich als die ekstatische Emotion, die mit Worten niemals richtig beschrieben werden kann. Durch die Kenntnis der psychischen Pfade wird das sexuelle Erlebnis mächtiger. Durch Anwendung und Ausübung der geheimen Techniken des Tantra kann man den Orgasmus und das nachfolgende transzendentale Entzücken bewusst erleben.
Der körperliche Tempel sollte rein, gesund und harmonisch gehalten werden, und zwar aus Achtung vor der Göttlichkeit darin. Man sollte ihm Freude bereiten und keine Mühe scheuen, um der Tempel- Göttlichkeit vollkommen Befriedigung zu sichern.
Zurückhaltung ist nicht angebracht, denn wahre Verehrung ist ein spontaner und totaler Akt der Liebe. Sinnliche Liebe ist ein Akt von grosser magischer und spiritueller Wirksamkeit; dies ist eins der Hauptprinzipien des Tantra.“
Aus der Buch „Das grosse Buch des Tantra“ von Nik Douglas/ Penny Slinger
Licht und Liebe Grüsse Sophia

